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“Das Seniorenmarketing ist bei uns so unterentwickelt” - Michael Weckbecker (esenioren.de)
interview-blog: Mit ganz neuem Gesicht präsentiert sich der Webkatalog esenioren.de. Warum benötigen Senioren einen eigenen Webkatalog als Anlaufstelle?
Michael Weckbecker: Deutschland ist im Vergleich zu vielen anderen Ländern eine Service-Wüste, die USA z.B. sind ein Service-Himmel. Das Amerikaner für guten Service auch gerne Geld ausgeben, wird sich auch auf dem Deutsche Markt durchsetzen und sich an die spezifischen Bedürfnisse der älteren Generation ausrichten. Der Name alleSenioren bedeutet nicht, dass sich unser Portal nur an Senioren und Seniorinen wendet! alleSenioren ist eine Plattform für Firmen, Angehörige und Menschen aus dem Gesundheitswesen. Das Firmen, die Seniorenprodukte anbieten, Händeringend nach besseren Vertriebswegen dafür suchen, weil bei uns das Seniorenmarketing so unterentwickelt ist! Senioren suchen im Webverzeichnis und den Foren, wenn sie eine spezielle Auskunft aus dem Netz wollen, eine Reise buchen, ein Digitalbild vom Enkel wollen oder nach Medizinprodukten suchen. So wird das junge Medium Internet der Handelsplatz für viele Senioren-Angebote werden, erwarte ich. Dies verträgt sich auch gut damit, dass ohnehin oft die Kinder oder Enkelkinder die Initiative für spezielle Anschaffungen tätigen und Auskünfte einholen.
interview-blog: Haben Webseiten-Betreiber Senioren als Zielgruppe bereits entdeckt? Oder betritt man Internet-Neuland, wenn man sein Angebot an Senioren ausrichtet?
Michael Weckbecker: Ältere Menschen sind sehr kritische Verbraucher und die demografische Entwicklung zwingt uns langfristig ganz klar die strategische Frage auf, ob eine konsequente Ausrichtung auf die Seniorenkundschaft auch Online sinnvoll ist. Nimmt man als Webseiten-Betreiber die Senioren als Zielgruppe ernst, dann wird man sehen, wie nahezu unendlich die Möglichkeiten sind. Und diese Tendenz ist angesichts der Überalterung der Gesellschaft weiter steigend. Ich denke das Internet überbrückt in einzigartiger Weise die Kluft zwischen den Generationen und fördert das bessere zusammenleben, auch in der Offline-Welt. Ob sich das weiter ausbauen lässt, hängt vor allem an der maßlosen Regulierung unserer Politiker und machen viele Dienstleistungen entweder unbezahlbar oder verhindern sie ganz.
interview-blog: Neben dem Katalog gibt es auch Diskussionsforen und Jobbörse. Wie werden diese Angebote angenommen? Sind Senioren diskussionsfreudig?
Michael Weckbecker: Es wird kaum möglich sein, alle alten Menschen zu Computerexperten zu machen, aber da auch sie diese Dienste gelegentlich brauchen. Bekannt ist das Senioren unter Einsamkeit leiden, so beteiligen sie sich gerne an Foren. Da wir noch am Anfang mit den Foren stehen, sind wir selbst gespannt was sich in Zukunft an Diskussionsrunden zustande kommt.
Die kostenlos Jobbörse richtet sich insbesondere an Menschen aus den verschiedensten Bereichen der Gesundheitsbranche. Bewerber können ein Foto zur Kontaktseite hinzufügen und bei den Stellenangebote erscheinen in den Kontaktseiten mit Ihrem Unternehmenslogo, was den Bekanntheitsgrad Ihres Unternehmens steigert. Außerdem ist die Gestaltung der Jobbörse konsequent für Suchmaschinen optimiert und gewährleistet eine bessere Auffindbarkeit der Jobbörse im Onlinedschungel. esenioren.de hofft, auf diese Weise dazu beitragen zu können, Arbeitsplätze, an den richtigen Mann bzw. die richtige Frau zu bringen.
interview-blog: Gibt es ganz spezielle Aspekte (zB. Schriftgrössen, Einsatz von Grafiken und Flash), die Sie bei der Gestaltung Ihres Internet-Angebots für “Silver Surfer” berücksichtigt haben? Oder surft die 60+ Generation inzwischen genauso souverän durchs Netz wie andere Altersklassen?
Michael Weckbecker: Stichwort Barrierefreiheit, ich persönlich finde, dass Aspekte der Richtlinien zur beachten sind, aber nicht alles lässt sich mit vertretbarem Nutzen barrierefrei machen, muss es auch nicht. Eine nicht 100% Barrierefreiheit kann trotzdem nützlich für eine große Anzahl von Senioren sein. Ich möchte es mal Barrierefreiheit für seniorenfreundliches Webdesign nennen. Ich persönlich lege mich nicht allzu stur auf Designrichtlinien fest. Entscheidend ist die tatsächliche Akzeptanz durch die Menschen und nicht eine stupide Richtlinie. Zu den wichtigsten Aspekten für Seniorenfreundlichkeit gehört die Reduzierung der Mausklicks. Deutsche Senioren wollen auf Deutsch angesprochen werden und Flash Banner, zu kleine Schriften, dunkle Hintergründe, mangelnder Kontrast sind für die Zielgruppe der 60+ ungeeignet.
interview-blog: Wenn Sie 5 Jahre in die Zukunft blicken könnten? Wie soll sich esenioren.de in dieser Zeit weiterentwickeln? Was sind Ihre weiteren Pläne?
Michael Weckbecker: Wir sind gerade mit unseren Webverzeichnis neu gestartet, so das vorerst nichts neues hinzukommt, sondern werden weiter an der Optimierung arbeiten. Ich hoffe natürlich, dass unsere Besucher das neue Angebot annehmen werden und auch den Alltag von Seniorinnen und Senioren wirklich bereichern können und in fünf Jahren noch bei uns vorbeischauen!
Danke für das Interview an Klaus-Martin Meyer und Friedrich Kronenberg
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